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JÖRG BÜRKLE |
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Die vor dem Modell gezeichneten Porträts spielen mit dem Bewusstsein der Anwesenheit einer fremden Freiheit. Meine im Museum vor den Werken von Rembrandt, Velazquez und anderen Meistern gezeich-neten Studien zielen dagegen nicht so sehr auf die Transzendenz des Anderen, sondern auf ihre episte-mologische Grundlage: niemand wird ernsthaft die Existenz anderer Personen bestreiten wollen. Gleichwohl liegt alles, was den Anderen als jemand, nämlich als personales Dasein qualifiziert, von vornherein außerhalb meiner Wahrnehmung, ebenso wie ich umgekehrt nie eine konkrete Anschauung davon haben werde, wie ich anderen erscheine. Mithin muss sich die Existenz einer Person auch auf einem rein repräsentativen Wege überzeugend vermitteln lassen. Das ist die Arbeitshypothese der fol-genden Studien. Sie versuchen mit den bloßen Mitteln der Zeichnung eine in einer längst vergangenen Zeit authentisch realisierte Begegnung in unsere Gegenwart zu übersetzen. |
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